Wandel

Trotz allem ein Vortasten,
ein Fühlen, was gut ist,
Anprobe von Langsamkeit,
die mir Luft lässt.

So behutsam die Dinge,
wenn ich einfach nur bin,
lebe am Rande der Zeit,
wo das Moos schon erblüht.

Winkel, ein Finden,
fern des Getriebes,
lassen mich ungeschoren,
und Flügel mir wachsen.

Bad II

Noch sind die Bäume nackt,
die großen,
doch der Himmel treibt Blüten,
um das hervorzubringen,
was ist wie es wird.

In kräftigen Zügen
durchpflügst du den See,
lässt mich am Rande
dir zusehen,
was kommt wie es war.

Staunend schaue ich,
wie du der Frische trotzt.
Leute passieren den Weg,
auf einem T-Shirt steht
NOW HERE.

Gebet

Ich liebe dich
Gott, Welt und Mensch geborgen
Ich dich liebe
In deiner Hände Schutz
Liebe ich dich
So verbrennt der Schmerz
Liebe dich! – Ich!
Von dir gehalten
Dich ich liebe
Der du mit deinen Augen sorgst
Dich liebe ich.

Ernte

Ich pflücke die Worte
von den kahlen Ästen
sie stippen ihr ungeschmücktes
Holz in den ausufernden
Flügelschlag des Sees,
wo das erste Bad des Jahres
kühl ist, um in Frische
das Winterkleid abzustreifen
in der Hoffnung auf einen langen Sommer.

Einige tragen noch Mützen.